Aachener Nachrichten vom 16.12.03:

Fürstliche Klänge erfüllten St. Michael

Von Eva Mänz

Aachen.
Es hat schon seine Berechtigung, wenn festliche Anlässe von Blechbläsermusik begleitet werden. Der Anblick der goldschimmernden Instrumente, in denen sich das Kerzenlich spiegelt, verbreitet eine Atmosphäre von Größe und Feierlichkeit, zu der der schmetternde Klang der Trompeten Erhabenheit hinzufügt. Flügelhörner, Bariton, Posaunen und Tuba nehmen dem Ton die Schärfe, so dass ein warmer, runder Klang entsteht, mit dem sich Könige zu schmücken wussten.

Das Ensemble Eifelblech unter Leitung des Posaunisten Renold Quade ließ diese fürstlichen Klänge auf Einladung des Lions-Club Aachen-Kaiserpfalz in einem breiten Programm in farbigen, zum Teil modernen Arrangements in der Burtscheider Kirche St. Michael aufleuchten. Vom schlichten Weihnachtslied bis zum feierlichen Marsch des Prinzen Eugen, von der Mehrchörigkeit der Renaissance bis zu Big-Band-Klängen präsentierten sie den Wohlklang kultiviert geblasener Instrumente und die rhythmische Präsision guter Ensembletechnik.

Während die tiefen Bläser mit sauberer Intonation ein solides Fundament lieferten, zeigten die Trompeten und Flügelhörner in federleichten Umspielungen ihr technisches Können. Virtuos und mit einer erstaunlich großen dynamischen Bandbreite spielte Josef Schmidt einige Solobeiträge auf der Posaune, bekannte Melodien von Purcell und Händel in romantischer Aufbereitung, gekonnt begleitet von Jürgen Pontzen an der Orgel.

Die Stimmung von hoffnungsvoller Freude im Solobeitrag des Organisten traf den Grundtenor des Konzertes exakt und klang wie eine Vertonung der Wortbeiträge, mit denen Christina und Jochen Bräutigam das Programm auflockerten.
Ein wenig schade war, dass das sehr zahlreiche Publikum seinen herzlichen Beifall so schnell spendete, dass sich keine Gelegenheit bot, dem Echo des schönen Klanges nachzulauschen. Es bleibt zu hoffen, dass die Spendenfreude genau so spontan war, da der Erlös der Klinik für Palliativmedizin an der Uniklinik Aachen zu Gute kommt, für die Professor Lukas Radbruch in bewegenden Worten warb.