Aachener Zeitung vom 11.04.08:

Mitreißender Abend beim Brass-Festival

Von Anne Koizlik

Düren.
Ein Konzert mit Sympathiewert erklang Mittwochabend in der Reihe «Internationales Brass Festival 2008», das derzeit von der «Cappella Villa Duria» und WDR 4 präsentiert wird.

Das Herz der Zuhörer im Haus der Stadt schlug für die Lokal-Größen «Eifelblech» und die «Brass Band Düren». Aber auch das edle Ensemble «Bach, Blech & Blues» wurde mit begeistertem Beifall bedacht.
Die zehn Spieler umfassende Bläsergruppe «Eifelblech» mit den «Köpfen» Klaus Luft und Renold Quade wartete mit einer brillanten Technik und erlesener Klangkultur auf.
Sie entführten die Zuhörer jedenfalls in den siebten Blechbläser-Himmel. WDR-Mitarbeiter Matthias Bardong, der das Konzert moderierte, lobte denn auch: «Eifelblech besorgt sich die Noten von den Besten.»
Den Auftakt setzte die Formation mit zwei alten Meistern: dem Engländer Jeremia Clark, der an Henry Purcell erinnerte, und dem Deutschen Samuel Scheidt. Die engagierte Interpretation wartete mit einer Tonsprache von hoher Originalität auf.
Die Klangkünstler mit ausgereifter Ensemblekultur hatten aber auch Bearbeitungen von Werken von Scott Joplin und George Gershwin drauf. Erlesene Klänge und lebendige Musikalität feierten Triumphe. Da fehlte es an nichts; das kam an; das saß. Das Publikum ließ die Musiker nicht ohne zwei Zugaben gehen, darunter den Filmsong «King of the road».

Die «Brass Band Düren» unter der mitreißenden Leitung von Martin Schädlich weiß sich in besonderer Weise der Geschichte der englischen Brass Bands verpflichtet. Der gut disponierte Klangkörper mit überwiegend jungen Spielern wartete unter anderem mit Bearbeitungen des Filmmusikers John Williams und dem Beatles-Song «Yellow Submarine» auf.
Die etwa 20-köpfige Formation hatte in ihren Reihen auch eine Solistin: Juliane Kleinlosen, die ihr Althorn sicher ins gelungene Spiel einbrachte. Nach dem barocken Glanzlicht aus der «Wassermusik» von Georg Friedrich Händel zum Abschluss erklatschte sich das begeisterte Publikum als Zugabe eine Komposition von Engelbert Humperdinck.

Eine Klasse für sich stellte das zwölfköpfige Ensemble «Bach, Blech & Blues» dar. Es wurde von der WDR-Mitarbeiterin Nadja Ziehm präsentiert, die verriet, dass das Auswärtige Amt die Blechbläser zu Auslandseinsätzen verpflichtet.
Die Formation überzeugte mit überragender Technik und profunder Musikalität - unter anderem bei einer Bearbeitung von Bach, bei Paraphrasen (freie Ausschmückung) über eine Renaissance-Melodie und bei einem Abba-Song. Für diesen authentischen Elan gab es großen Beifall eines hingerissenen Publikums und als Zugabe ein deutsches Volkslied.